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Übermüdete Eule

Hombrechtikon: Mogelpackung am Zürichsee

Die goldene Garbe aus 16 Ähren – das Pendant des Mittelfingers aus der frühen Neuzeit.

Hombrechtikon
Schwanenfamilie bei Hombrechikon

War das schon alles?

Nein, nicht ganz.

Mit allem Respekt – diese Gemeinde erscheint uns fast schon als eine kleine Mogelpackung. Denn Homi selber liegt 3 Km landeinwärts vom Seeufer entfernt. Und somit müsste die Seegemeinde eher Feldbach heissen. Allerdings wäre dies angesichts der handvoll Einwohner Feldbachs schon wieder zu hoch gegriffen.
Allerdings – es soll zur Feldbachs Ehre gereichen – verfügt Feldbach immerhin über eine eigene Primarschule.

Im Vergleich zur Nachbargemeinde Stäfa, die ihrerseits schon recht ländlich anmutet, ist diese Gemeinde zudem geradezu unberührt.
Davon zeugt nicht nur die niedrigste Einwohnerdichte aller Zürcher Seegemeinden (635 Einw/Km2). Auch offenbaren sich bei Streifzügen durchs Gemeindegebiet über weite Strecken völlig unverbaute, ja beinahe schon urwäldlich anmutende Gegenden. Kein Wunder, denn gemäss offizieller Verlautbarung sind nur 14% der Gemeindefläche bebaut.

Schwanenfamilie

Deshalb zurück zur Sache

1308 wurde erstmals eine Kapelle auf Hombrechtiker Boden erwähnt, das damals zur Grosspfarrei der Insel Ufenau gehörte.
Somit war es seinerzeit indirekt dem Kloster Einsiedeln abgabepflichtig.

1369 erlangte die Gemeinde eine Teilautonomie von der Mutterkirche Ufenau. Doch seitdem waren die Ackerbau betreibenden Hombrechtiker verknurrt, dem Sigrist auf der Ufenau jährlich eine Garbe abzuliefern.

Im Zuge der Reformation befreiten sich die Hombrechtiker durch Einmalzahlung von 40 Pfund Heller definitiv von der Abgabepflicht.

Daher liegt die Vermutung nahe, dass die im Wappen geführte Garbe die ehemaligen Oberen stets an diesen Verlust erinnern soll. Eben: Eine sehr frühe Form von «F**k you».

Gemeindehaus

Die Gemeindeverwaltung liegt an der Feldbachstrasse 12 und bietet ein überschaubares Dienstleistungsangebot.

Der Online-Schalter mutet etwas gar trocken an, und ist auch technisch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Dennoch bietet die Gemeinde ein umfassendes Angebot an mehr oder weniger interaktiven PDFs zum Download.

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